Außenhandelsdefizit von Österreich 2022 stark angestiegen

28. Juni 2023 Drucken
Außenhandelsdefizit von Österreich 2022 stark angestiegen
@ APA

Die teuren Energieimporte haben 2022 das österreichische Außenhandelsdefizit stark ansteigen lassen. Der Wert der Importe lag nominell mit 215,27 Mrd. Euro um 20,6 Prozent über 2021, die Exporte von Waren stiegen um 17,6 Prozent auf 194,68 Mrd. Euro.

Das macht unterm Strich ein Handelsbilanzdefizit von 20,59 Mrd. Euro, nach 12,86 Mrd. im Jahr 2021. Die Statistik Austria führt dies unter anderem auf den massiven Preissteigerungen bei Brennstoffen und Energie zurück. „So hat sich etwa der Importwert von Gas mit 122,5 Prozent mehr als verdoppelt, während die importierte Menge um 30,1 Prozent zurückging. Auch bei Erdöl und Erdölerzeugnissen ging die importierte Menge um 8,5 Prozent zurück, der Wert der Importe legte hingegen um 62,9 Prozent zu“, so Statistik Austria-Generaldirektor Tobias Thomas. Die Zunahmen auf der Exportseite seit trotz hohej Außenhandelsdefizit seien vor allem von der guten Entwicklung bei Maschinen und Fahrzeugen sowie bearbeiteten Waren getragen worden.

Abgesehen von den Jahren 2002 und 2007 hatte der Außenhandel Österreichs seit dem EU-Beitritt 1995 jedes Jahr eine negative Handelsbilanz, während die wertmäßigen Außenhandelsvolumina sowohl bei den Importen als auch bei den Exporten – abgesehen von den Einbrüchen im Jahr 2009 aufgrund der Finanz- und Wirtschaftskrise und in der ersten Hälfte des Jahres 2020 in Folge der Corona-Pandemie – stetig gestiegen seien. Besonders stark sei dies ab der zweiten Jahreshälfte 2020 der Fall gewesen.

Außenhandelsdefizit auch durch Ukraine-Krieg

Aus der EU importierte Österreich im Jahr 2022 Waren im Wert von 140,24 Mrd. Euro (plus 17,9 Prozent), der Export verzeichnete mit 18,5 Prozent ebenfalls eine Zunahme gegenüber 2021 und betrug 133,68 Mrd. Euro. Das Handelsbilanzdefizit mit der Europäischen Union belief sich auf 6,56 Mrd. Euro, nach 6,17 Mrd. Euro im Jahr 2021. Ein besonderes Augenmerk haben die Statistiker auf den Handel mit der Ukraine gelegt. Hier lagen die Importe bei 1,18 Mrd. Euro und die Exporte bei 0,51 Mrd. Euro. 7,2 Prozent aller Rohstoffe, welche 2022 nach Österreich importiert wurden, kamen aus der Ukraine, insbesondere Erze und Metallabfälle.

Mit Russland sind die Wirtschaftsbeziehungen deutlich enger. In den vergangenen fünf Jahren war die Russische Föderation immer unter den 20 wichtigsten Handelspartnern Österreichs. Mit einem Importanteil von 3,8 Prozent (8,25 Mrd. Euro) nahm Russland 2022 Platz sechs ein, nach dem zehnten Platz im Jahr zuvor. „Innerhalb der letzten zehn Jahre zeigt sich vor allem mit den Jahren 2021 und 2022 eine starke Zunahme der Importwerte, bei einer zeitgleichen leichten Abnahme der Exportwerte“, berichtet die Statistik Austria.

Interessant ist auch ein Blick nach China: Mit einem Importanteil von 8,1 Prozent (17,45 Mrd. Euro) und einem Exportanteil von 2,7 Prozent (5,26 Mrd. Euro) befand sich die Volksrepublik im Jahr 2022 – wie auch in den Vorjahren – unter den wichtigsten Handelspartnern Österreichs. Im Import nahm die Volksrepublik den zweiten Rang nach Deutschland ein, im Export fand sie sich an neunter Stelle. (APA/red)