Start-ups verzeichnen starken Investitionsrückgang

06. Juli 2023 Drucken
Start-ups verzeichnen starken Investitionsrückgang
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EY-Start-up-Barometer und Startup Landscape Austria bestätigen einen weiteren Rückgang bei Investitionsvolumen in Start-ups.

Das Gesamtinvestitionsvolumen bei Start-ups sank demnach von 884 Millionen Euro im ersten Halbjahr 2022 auf 356 Millionen Euro im ersten Halbjahr 2023. „Österreichische Start-ups sind von einem großen Investitionsrückgang betroffen. Das durchschnittliche Finanzierungsvolumen ist auf ein Drittel gesunken. Diese Entwicklung ist besorgniserregend und erfordert eine schnelle Reaktion, um das österreichische Start-up-Ökosystem zu unterstützen“, sagt Claudia Falkinger, Vorstandsmitglied der Jungen Wirtschaft (JW) in der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ).

„Es gibt Grund zur Beunruhigung, dass die heimische Start-up-Landschaft mit großen Herausforderungen bei der Unternehmensfinanzierung zu kämpfen hat. Dennoch zeigt es, dass unsere heimischen Start-ups äußerst resilient sind und sich schnell an die neuen Marktkonditionen angepasst haben“, ergänzt Falkinger.

Maßnahmen für Start-ups gefordert

Investitionen in Start-ups sind von entscheidender Bedeutung für die Wirtschaft und Innovation in Österreich. Es ist jetzt an der Zeit, die notwendigen Schritte zu unternehmen, um die Zukunft der österreichischen Start-ups zu sichern. Die Junge Wirtschaft fordert die rasche Einführung der FlexKapG und Mitarbeiterbeteiligung, um flexiblere Finanzierungsoptionen anzubieten. Bei der Flexiblen“ Kapitalgesellschaft“ ist das Mindeststammkapital 10.000 Euro, statt 35.000 wie bei einer Gesellschaft mit beschränkter Haftung. Damit sinkt die Mindestkörperschaftssteuer – fünf Prozent des Stammkapitals pro Jahr – um rund zwei Drittel oder 1.250 Euro im Jahr. Das Finanzministerium schätzt, dass sich alle Start-ups zusammen im Jahr 50 Mio. Euro ersparen. Darüber hinaus braucht es aus Sicht der Jungen Wirtschaft ein Beteiligungsfreibetragsmodell, um mehr Anreize für Investitionen in Start-ups zu schaffen.

Die Zahlen des EY-Start-up-Barometers sowie der Start-up Landscape Austria zeigen aber auch eine positive Entwicklung bei den Finanzierungsrunden. „Kleinere, aber mehr Finanzierungsrunden sind ein positives Zeichen für die österreichische Start-up-Landschaft. Im Vergleich zum ersten Halbjahr 2022 stieg die Anzahl der Investitionsrunden um 15 Prozent von 79 auf 91, ein neuer Rekord“, ergänzt Kambis Kohansal Vajargah, WKÖ Head of Start-up-Services. Besonders der Software- und Technologiebereich verzeichnete die meisten Finanzierungsrunden. Darüber hinaus wird die Nachhaltigkeit von Start-ups zunehmend zum Fokus der Investorinnen und Investoren.