Österreichs Handel verliert Verkaufsflächen

10. August 2023 Drucken
Österreichs Handel verliert Verkaufsflächen
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Durch Insolvenzen, zuletzt etwa von Kika/Leiner, den Rückzug von Firmen oder Filialreduktionen gehen dem Handel immer mehr Geschäftsflächen verloren.

Derzeit stehen laut Standortberater Regioplan mindestens 550.000 Quadratmeter oder knapp 4 Prozent der gesamten Verkaufsflächen in Österreich zur Disposition. Davon seien vor allem kleinere und mittelgroße Städte betroffen, in denen es häufiger zu einer Ausdünnung des Handelsangebots und Leerständen kommt, so Regioplan.

Mit rund 300.000 Quadratmetern sei der Großteil der freigewordenen Verkaufsflächen auf die Insolvenz der Möbelhandelskette Kika/Leiner und die damit verbundenen Filialschließungen zurückzuführen, hieß es in einer Aussendung. Hinzu kommen Flächen, die durch den Rückzug von XXL-Sport, Salamander, Delka, Reno, Gerry Weber, Hallhuber und Tally Weijl freiwerden. Auch nach der Insolvenz von Forstinger stehe die Reduktion eines Teils der Geschäftsflächen bereits fest. Zudem planen laut Regioplan auch viele kleinere Filialisten wie Gamestop, Cherry, Dominici, Sergent Major oder Northland plus zukünftig Verkaufsflächen zu reduzieren.

Unternehmen reduzieren Verkaufsflächen seit Jahren

Nach Angaben des Standortberaters hält der Trend zum Flächenrückgang unabhängig von Pandemie und Teuerung bereits seit zehn Jahren an. Selbst große Unternehmen wie H&M, C&A, Zara, Douglas oder Marionnaud würden seit Jahren ihre Flächen reduzieren oder sich – wie zuletzt Yves Rocher – ganz aus Österreich zurückziehen. Für die kommenden Jahre erwartet Regioplan keine Trendwende.

Die Gründe für diese Entwicklung sieht Regioplan weder in den Nachwirkungen der Corona-Pandemie noch in der Teuerung, sondern führt sie vor allem auf ein verändertes Kundenverhalten zurück. Einerseits würden die Kundinnen und Kunden zunehmend online einkaufen, andererseits sei bei immer breiteren Kundenschichten eine „latente Kaufzurückhaltung“ festzustellen. Der Zurückhaltung liege ein gesellschaftlicher Wertewandel zugrunde. So würden die Menschen auch aufgrund eines gestiegenen Umweltbewusstseins weniger zusätzliche Dinge kaufen und stattdessen mehr in Genuss, Urlaub und Freizeit investieren. (APA/red)