Erste Bank startet erste Finanz-KI Österreichs

06. Oktober 2023 Drucken
© Erste Bank

Als erstes österreichisches Finanzunternehmen startet die Erste Bank eine Finanz-KI zur spielerischen und leicht verständlichen Vermittlung von Finanzwissen.

Zum Einsatz kommt ein hoch entwickelter, textbasierter Chatbot, der natürliche Sprache nutzt. Als Basis dienen 200 Jahre Finanzwissen der Erste Bank, die mit KI-Technologie von OpenAI und ChatGPT einfach zugänglich gemacht werden. Unter dem Namen „Financial Health Prototype“ beantwortet die Finanz-KI rund um die Uhr Finanz-bezogene Fragen auf www.erstebank.ai.

„Wir machen das, was wir schon seit 200 Jahren machen. Wir schaffen finanzielle Gesundheit. Das kann die künstliche Intelligenz nicht für uns machen, aber wir können es mit Hilfe künstlicher Intelligenz besser machen. Vermögensaufbau und Wohlstandsentwicklung erfordert gute Kenntnisse über Finanzen und den Umgang mit Geld. Mit dem Financial Health Prototype experimentieren wir mit einem weiteren Baustein, die Komplexität der Finanzwelt aufzulösen. Wir trainieren unseren KI-Muskel und beginnen mit KI an unserer Zukunft zu bauen“, sagt Gerda Holzinger-Burgstaller, CEO der Erste Bank Oesterreich.

Gerda Holzinger-Burgstaller, CEO der Erste Bank Oesterreich. © Marlena König

KI gibt einfache Antworten auf komplexe Fragen

Was ist der Unterschied zwischen Aktien, Fonds und Anleihen? Worin besteht der Unterschied und was haben sie gemeinsam? Fragen zu finanzieller Gesundheit und dem Thema Geld beantwortet die Finanz-KI der Erste Bank innerhalb weniger Sekunden. Möchte man etwas genauer wissen, kann man nachfragen. Die Antworten sind strukturiert und leicht verständlich. Auskunft erhält man auch für Tipps, wie man etwa Kindern sparen beibringen kann oder den Großeltern digitales Banking erklären soll. Selbst eine kreative Aufgabe, Anleihen in Form eines Gedichtes zu erklären, kann die Finanz-KI erfüllen. Die Antworten unterscheiden sich dabei von jenen des öffentlich zugänglichen ChatGPT, das auf andere Wissensquellen zugreift und dadurch allgemeiner ausfällt. 

Falls die Fragen nichts mit Finanzen zu tun haben oder die Finanz-KI keine Antwort weiß, sagt sie das. Wie von generativer KI bekannt, sind falsche Antworten oder sogenannte Halluzinationen nicht auszuschließen. Nutzer:innen können falsche oder unpassende Antworten melden, um die Optimierung der KI zu unterstützen. Der Financial Health Prototype kann unendlich viele Informationen aufnehmen und verarbeiten und wird in einem ständigen Prozess laufend verbessert und trainiert. Er wird niemals aufhören dazuzulernen.

Konversationen aus dem Financial Health Prototype werden von der Erste Bank inhaltlich nicht ausgewertet. Die Finanz-KI ist nicht mit dem Bankensystem verbunden, Kundendaten werden darin nicht verarbeitet. 

Studie zu KI und Banken: ChatGPT bringt Vorteile, persönliche Beratung weiterhin wichtig

Im Rahmen einer repräsentativen Integral-Studie im Auftrag der Erste Bank wurde untersucht, wie Österreich über künstliche Intelligenz denkt. Viele Österreicher:innen geben an, KI und ChatGPT zu kennen, der Einsatz bei Finanzdienstleistern ist vorstellbar. Nach der Bekanntheit von KI gefragt, zeigen sich zwei Gruppen: 59 % der Österreicher:innen meinen ganz genau zu wissen, was KI ist, während die andere Gruppe unsicher ist. Konkret nach ChatGPT gefragt, geben 52 % der Menschen an, es zu kennen. 23 % haben ChatGPT schon einmal genutzt oder verwenden es regelmäßig. 29 % haben jedoch noch nie etwas davon gehört.

Zwei Drittel (70 %) der Kenner- und Nutzer:innen sehen Vorteile und Chancen durch ChatGPT. Ausprobieren und Informationssuche sind die häufigsten Motive für die Nutzung. Als wichtigste Vorteile werden die Verfügbarkeit und schnelle Antworten genannt. Unter den ChatGPT-Nutzer:innen und Kenner:innen gibt ein Drittel (32 %) an, Banken und Finanzdienstleister sollten sich mit ChatGPT beschäftigen. 36 % können sich den Einsatz von ChatGPT als Servicebegleitung bei Fragen zu den persönlichen Finanzen vorstellen. Für 84 % derer, die Anwendungen wie ChatGPT kennen, ist es aktuell aber nicht vorstellbar, sämtliche Bankangelegenheiten einer KI zu überlassen. 

Wie eine KI 200 Jahre Finanzwissen lernt

Der Financial Health Prototype nutzt GPT-Technologie von OpenAI, den Entwicklern von ChatGPT, um auf Basis des Finanzwissens der Erste Bank passende Antworten zu formulieren.  So wird das Allgemeinwissen von ChatGPT und die Fähigkeit, Konversation zu führen, mit konkretem Finanzwissen kombiniert. Dafür wurden Inhalte aus sämtlichen Webseiten, Publikationen und Wissensunterlagen der Bank in eine digitale Wissensdatenbank eingespeist und als Grundlage herangezogen. Insgesamt umfasst die Datenbank über 3.400 Einträge. Der Financial Health Prototype ist seit über drei Monate im Testbetrieb, führte in dieser Zeit 3.300 Chats mit Finanz-Expert:innen, erhielt mehr als 1.700 Feedbacks und 457 Wissenslücken wurden geschlossen. 

Entwickelt wurde der Financial Health Prototype in Zusammenarbeit mit dem Wiener Tech- und Design-Unternehmen We are WILD GmbH sowie der ebenfalls in Wien angesiedelten Kreativ-Agentur papabogner GmbH. Beide haben ihre Expertise zur künstlichen Intelligenz eingebracht. Bei der Finanz-KI der Erste Bank handelt es sich folglich um eine KI-Anwendung “trained in Austria”.  

Das KI-Experiment startet mit einem Prototypen

Die Erste Bank startet den Financial Health Prototype als erste Finanz-KI, mit dem Ziel, Lerninhalte über Finanzwissen niederschwellig zugänglich zu machen, damit sie für möglichst viele Kund:innen und Interessierte rund um die Uhr zugänglich sind. Der Financial Health Prototype ersetzt dabei nicht die Beratung, sondern soll ein erster Anlaufpunkt sein, sich bequem und von überall informieren zu können. 

Innerhalb der Erste Bank wird ChatGPT bereits seit Juli 2023 allen Mitarbeiter:innen zur Verfügung gestellt. Dazu gibt es KI-Lernangebote. Allerdings dient der Zugang nicht geschäftlichen Zwecken, sondern ausschließlich spielerischem Lernen, mit KI-Anwendungen umzugehen. 

Zum Financial Health Prototype geht es auf www.erstebank.ai