Mit der Crowd in die Pedale treten

15. Dezember 2023 Drucken
Mit der Crowd in die Pedale treten
© SPW Fotografie

Alexander Schnöll und Roland Wallmannsberger gründeten Ende 2020 den Auftragsfertiger WSF. Das österreichische Unternehmen übernimmt das Sourcing, die Beschaffung und den Import von Fahrradkomponenten, sowie die Montage und Lackierung der Fahrräder, bevor diese an den Endverbraucher, Händler oder an den eigentlichen Hersteller versandt werden. Im Interview erzählen sie über die Anfänge ihres Unternehmens und warum sie Crowdinvesting für den nächsten Wachstumsschritt gewählt haben.

Seid Ihr selbst begeisterte Radfahrer?

Alexander Schnöll: Wir fahren beide gerne Rad, aber wir sind mit Sicherheit keine waschechten Biker. Ich würde eher sagen wir sind begeisterte Fahrradbauer!

Wie seid Ihr dann überhaupt auf die Idee gekommen Fahrräder zusammenzubauen?

Roland Wallmannsberger: Bevor wir WSF Bicycle Technology gegründet haben, haben wir beide bereits mit einigen größeren Fahrradherstellern gearbeitet. In der Fahrradbranche ist es üblich mit Lieferanten und Dienstleistern in Ländern mit deutlich billigeren Löhnen zu arbeiten, gleichzeitig kommt es aber immer wieder zu Qualitäts- oder Lieferproblemen. Wir haben uns immer wieder gefragt, ob das nicht besser ginge, vor allem im Bereich der hochqualitativen Fahrräder. Das war der Moment, in dem wir beschlossen haben, eine Lohnfertigungsfirma für Qualitätsfahrräder in Österreich zu gründen.

Anfang 2020 habt Ihr euer Unternehmen zu zweit gegründet, mittlerweile bauen bei euch 45 Mitarbeiter:innen rund 25.000 Fährräder im Jahr. Wie habt Ihr dieses beeindruckende Wachstum zu Wege gebracht?

Roland Wallmannsberger: Wir haben das Unternehmen von Anfang an mit klaren Zielen und einem klaren Businessplan gegründet. Das hat es uns ermöglicht frühzeitig Investoren und auch die Erste Bank von unserem Projekt zu überzeugen. Das alles baut natürlich auf unserer Erfahrung in der Fahrradbranche sowie unseren hohen Qualitätsanspruch auf.

Warum habt Ihr euch für eine Crowdinvesting Kampagne entschieden, um euer weiteres Wachstum zu finanzieren?

Alexander Schnöll: Wir haben in den Jahren davor bereits erfolgreich Investoren von unserem Vorhaben überzeugt und auch in Kooperation mit der Erste Bank den bisherigen Weg finanziert. Im kommenden Jahr wollen wir jedoch den nächsten Schritt machen, einerseits natürlich weiterwachsen, aber noch wichtiger, wir wollen eine eigene österreichische Fahrradmarke herausbringen. Dafür braucht es einiges an Kapital und vor allem auch Bekanntheit, die wir mit der Kampagne weiter ausbauen wollen.

Warum konnte hierfür keine klassische Bankfinanzierung herangezogen werden?

Alexander Schnöll: Wir sind noch in einer recht frühen Wachstumsphase und Wachstum braucht natürlich Kapital. Gerade hier kann die Kombination einer klassischen Bankfinanzierung mit Crowdinvesting wirklich hilfreich sein und deshalb waren wir so begeistert, als wir von Fundnow gehört haben. Fundnow kombiniert klassische Finanzierungskonzepte mit Ansätzen wie Crowdinvesting. Diese Investorengelder können dann von Banken als Eigenkapital eingestuft werden und ermöglichen im Folgenden weitere klassische Finanzierungen umzusetzen.

Was würdet Ihr anderen Unternehmer:innen raten, die überlegen eine Crowdinvesting Kampagne zu starten?

Roland Wallmannsberger: Wir haben in einem ersten Schritt mit unserer Bankbetreuerin über Finanzierungsmöglichkeiten gesprochen und wurden hier auf das Thema Crowdinvesting, Conda und die Website fundnow.at hingewiesen. Ich würde also den Tipp geben, in einem ersten Schritt die persönliche Beratung zu suchen, da sich für verschiedene Unternehmen verschiedene Finanzierungsarten anbieten können. Mein Ratschlag wäre aber ganz praktischer Natur: Sich genügend Zeit für die Vorbereitung zu nehmen. So eine Crowdinvesting Kampagne glaubhaft, professionell und authentisch aufzuziehen, braucht viel Arbeit und Zeit. 

Alexander Schnöll: Mein Tipp ist eher genereller Natur. Man muss einfach an sich selbst und die eigene Idee glauben und darf sich nicht vom Weg abbringen zu lassen. Das gilt für Crowdinvesting Kampagne im Besonderen, weil man hier auf einmal mit vielerlei Anfragen von potentiellen Investor:innen konfrontiert ist, aber auch genauso für das tägliche Unternehmerleben.

Weiterführende Links:
fundnow
WSF Kampagne auf Conda
WSF Website