Erste Group-Analysten sehen ATX heuer im Aufwind

05. Januar 2024 Drucken
Erste Group-Analysten sehen ATX heuer im Aufwind
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Dem österreichischen Finanzmarkt dürfte ein gutes Jahr bevorstehen. Unter anderem dank eines erwarteten Rückgangs des Zinsniveaus rechnen die Ökonomen der Erste Group mit einer Aufwärtsentwicklung beim heimischen Leitindex ATX.

Das Kurspotenzial verorten sie gegen Ende des Jahres bei 3.900 Punkten, das entspräche einem Plus von 15 Prozent gegenüber 2023. „Es gibt wieder steigenden Risikoappetit“, so Erste Group-Analyst Fritz Mostböck. Nach Einschätzung der Erste Group-Experten wird nicht nur das Börsenjahr besser laufen – 2023 hat der ATX nach deren Angaben im Vergleich zu anderen Indizes nur „durchschnittlich“ performt – auch die Realwirtschaft wird sich in der Eurozone 2024 besser entwickeln. So werde einerseits die Inflation zurückgehen, von 5,5 Prozent im vergangenen Jahr auf 2,7 Prozent heuer. Andererseits prognostizieren sie ein moderates BIP-Plus von 0,9 Prozent, nach einem Plus von 0,5 Prozent im Jahr 2023, sagte Mostböck.

„Die Wiener Börse hat nicht nur im internationalen Vergleich, sondern auch historisch gesehen eine äußerst attraktive Bewertung vorzuweisen. 2023 standen eindeutig etablierte Märkte im Vordergrund, die zum Teil neue Höchststände markieren konnten. Es ist daher naheliegend, dass 2024 wieder kleinere Märkte bzw. Mid/Small Caps an Bedeutung gewinnen. Das anziehende Wachstums-Momentum in CEE sollte den ATX unterstützen“, erklärt Fritz Mostböck. Der abschließende Verweis gilt der attraktiven Dividende des ATX, die derzeit bei rund 6% liegt.

Positive Entwicklung in Osteuropa

Österreich dürfte dabei vor allem von einer starken Entwicklung in Osteuropa profitieren, zumal viele österreichische Unternehmen und 70 Prozent der heimischen ATX-Firmen dort präsent sind. Die meisten osteuropäischen Länder hätten sich gegenüber den Folgen des Ukraine-Krieges als erstaunlich robust erwiesen, erklärte der Analyst. 

Deutlich rückläufige Inflationsraten und eine erwartete Trendumkehr bei den Leitzinsen sind in den Aktienkursen nur zu einem geringen Teil eingepreist. Der ATX besitzt nicht nur aus diesem Grund weiteres Aufholpotenzial.

Fritz Mostböck, Leiter Bereich Group Research
@ Erste Group

Zugute komme dem ATX zudem eine starke Dividendenrendite und eine stabile Gewinnentwicklung bei den darin notierten Unternehmen, ergänzte Analyst Christoph Schultes. Tendenziell sei der österreichische Leitindex unterbewertet und das Kurspotenzial daher groß. (APA/red)