Wechselbereitschaft am Jobmarkt sinkt wieder

10. Januar 2024 Drucken
Wechselbereitschaft am Jobmarkt sinkt wieder
© AdobeStock/Drobot-Dean

Die derzeitige Arbeitsmarktsituation ist durch Unzufriedenheit und eine hohe Wechselbereitschaft geprägt. Eine Befragung von hokify zeigt, dass 41 Prozent der 1.000 Teilnehmer:innen mit ihrer derzeitigen Situation am Arbeitsmarkt unzufrieden sind. Das beeinflusst die Jobwechselbereitschaft: 66 Prozent der Befragten wollen 2024 den Job wechseln.

Verglichen mit dem vergangenen Jahr ist die Wechselbereitschaft leicht gesunken: 2023 hatten noch 72 Prozent die Absicht zu einem Wechsel. Der Personalbedarf bei heimischen Unternehmen bleibt demgegenüber hoch: Auch 2024 müssen Stellen auf dem Niveau von 2023 besetzt werden, im Vorjahr waren monatlich durchschnittlich 108.400 offene Stellen beim Arbeitsmarktservice gemeldet.

“Gerade in Branchen, die stark vom Arbeitskräftemangel betroffen sind, wie etwa der Gastronomie, dem Gesundheitswesen und dem Baugewerbe, wird es im kommenden Jahr nicht einfacher, freie Stellen zu besetzen. Entwickelt sich die Wirtschaft dieses Jahr wieder positiv, wird der Bedarf an Arbeitskräften noch höher.” kommentiert Karl Edlbauer, Co-Founder und Geschäftsführer von hokify, die Ergebnisse.

Darum wechseln Menschen in Österreich den Job

Die wichtigsten Faktoren, um 2024 einen Job zu wechseln, sind für 22 Prozent der Befragten ein neuer Aufgabenbereich, dicht gefolgt von einem zu niedrigen Gehalt im aktuellen Job (19 Prozent). Für 18 Prozent ist ein Umzug der Grund, den derzeitigen Job zu verlassen. Ebenfalls interessant: 16 Prozent sind aufgrund einer Insolvenz, Arbeitgeberkündigung oder wegen Stellenabbaus auf der Suche nach einem neuen Job.

An der Spitze der Pull-Faktoren (Was macht einen Job attraktiv?) steht das Gehalt: Für ein Viertel der Befragten ist ein attraktives Gehalt der wichtigste Faktor bei der Suche nach einem neuen Job. Weitere 19 Prozent sehen eine hohe Jobsicherheit als attraktivsten Punkt einer offenen Stelle, während für 17 Prozent flexible Arbeitszeiten der wichtigste Aspekt sind.

2024 wird die Personalsuche für Unternehmen nicht einfacher

Die im Vergleich zum Vorjahr leicht gesunkene Wechselbereitschaft lässt sich einerseits auf eine relativ hohe Unzufriedenheit zurückführen, andererseits lässt die unsichere Situation viele Arbeitnehmer:innen zögern: Teuerungen und die unsichere Wirtschaftslage steigern unter anderem das Bedürfnis nach einem sicheren Job und dämpfen die Wechselbereitschaft im Jahresvergleich.

“Gesunkene Wechselbereitschaft, Arbeitskräftemangel und der anhaltend hohe Personalbedarf machen die Personalsuche für Unternehmen dieses Jahr noch schwieriger. Im Gegensatz dazu befinden sich Jobsuchende derzeit in einer guten Situation und können bei der Stellensuche vermehrt auf die Faktoren Gehalt, Jobsicherheit und Flexibilität achten. Für Unternehmen ist es besonders wichtig, diese Aspekte authentisch und transparent zu kommunizieren, um sich im neuen Jahr als attraktiver Arbeitgeber zu positionieren”, schließt Edlbauer.