Österreichs Exportindustrie gut positioniert, mit Potenzial in Schlüsselbereichen

16. Januar 2024 Drucken
Österreichs Exportindustrie gut positioniert, mit Potenzial in Schlüsselbereichen
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Eine Studie des industrienahen Wirtschaftsforschungsinstituts Eco Austria bescheinigt der österreichischen Exportindustrie eine gute Position gegenüber der Konkurrenz, ortet aber Entwicklungspotenzial.

Demnach sollten sich die Außenhandelsunternehmen vor allem in jenen Bereichen steigern, wo die österreichische Industrie bereits großes Know-how besitzt. Dazu gehören die Sparten Pharmazie und Chemische Industrie sowie grüne Technologien. Im Fokus der Untersuchung, die vom Wirtschaftsministerium beauftragt wurde, standen Erzeugnisse, bei denen andere Länder nur einen geringen Spezialisierungsgrad aufweisen und damit wirtschaftlich noch Luft nach oben besteht. Auf dieser Basis identifizierten die Forscher 250 Produktgruppen, die in Österreich noch kaum hergestellt werden, bei denen die Unternehmen aber auf bestehenden Stärken aufbauen könnten, wie Studienautor Wolfgang Schwarzbauer bei der Vorstellung der Studie erklärte.

Als Beispiel griff Schwarzbauer Maschinen wie Elektro-, Laser- und Ultraschallschweiß-Geräte für die industrielle Fertigung heraus. „Da sind wir nicht spezialisiert, sie sind hochkomplex, aber sie sind verwandt mit unseren anderen Produkten, die wir herstellen, etwa im Bereich von Schweißgeräten, die nicht so präzise sind. Da könnten wir uns relativ leicht hinentwickeln.“

Konkurrenz holt auf

Das sei konkret für Österreich wichtig, weil in jüngerer Vergangenheit Mitbewerber wie Südkorea, die ähnliche Produkte produzieren, aufgeholt hätten, ergänzte Eco-Austria-Leiterin Monika Köppl-Turyna. Aus ihrer Sicht geht es darum, die technische Spezialisierung der österreichischen Wirtschaft zu fördern und die Diversifizierung voranzutreiben. Damit könnte Österreich auch seine Abhängigkeit von der derzeit schwächelnden deutschen Wirtschaft verringern, so die Ökonomin.

Wirtschaftsminister Martin Kocher (ÖVP) hob die Bedeutung des Außenhandels für den Wohlstand in Österreich hervor. So generiert sich ein Drittel der heimischen Wertschöpfung aus dem Außenhandel, außerdem hängen laut Kocher aktuell 1,2 Millionen Arbeitsplätze am Export. Die Ergebnisse der Studie wolle er daher in zukünftige Überlegungen zu Förderungen einfließen lassen, so der Politiker.

Besonderes Potenzial sieht Kocher bei grünen Technologien wie Solarzellen, Erzeugnissen aus der Verkehrsindustrie oder etwa beim Abwassermanagement. Das bedeute nicht nur Marktchancen, auch leiste Österreich damit einen Beitrag zum Klimaschutz weltweit. (APA/red)