Über 40 Prozent der Arbeitnehmer:innen in Österreich offen für Jobwechsel

31. Januar 2024 Drucken
Über 40 Prozent der Arbeitnehmer:innen in Österreich offen für Jobwechsel
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Trotz hoher Arbeitszufriedenheit sind in Österreich mehr als 40 Prozent der Arbeitnehmer:innen offen für einen Jobwechsel im Jahr 2024.

Zufriedenheit ist das vorherrschende Gefühl bei den Arbeitnehmer:innen in Österreich. Laut der aktuellen XING Studie, durchgeführt von forsa, sind 85 Prozent der Befragten mit ihrer aktuellen Tätigkeit zufrieden – ein ebenso hoher Anteil wie in Deutschland. Dennoch planen 10 Prozent bereits einen konkreten Jobwechsel und rund ein Drittel (33 Prozent) ist offen für einen neuen Job, d.h. in Österreich sind insgesamt 43 Prozent der Befragten wechselbereit – ein Rückgang von 9 Prozentpunkten gegenüber 2023.

„Die aktuellen Zahlen bestätigen, dass sich der Arbeitsmarkt zunehmend von der schwierigen wirtschaftlichen Lage entkoppelt hat. Der demografische Wandel, Fachkräftemangel und ein solides Sozialsystem sorgen dafür, dass die Sorge vor dem Arbeitsplatzverlust bei vielen Beschäftigten sehr gering und die Wechselbereitschaft weiter hoch ist – auch wenn der Höchstwert aus dem Jahr 2023 nicht mehr erreicht wird. Österreichische Beschäftigte haben wenig Angst vor der Zukunft, wenn es um ihren Arbeitsplatz geht“, sagt Sandra Bascha, New Work Expertin und Leitung Kommunikation XING und New Work SE Österreich. „Andererseits ist ihnen ein langfristig sicherer Arbeitsplatz extrem wichtig, und der Faktor Standort erlebt vor dem Hintergrund der ‚Zurück in die Büros‘-Bemühungen vieler Unternehmen eine Renaissance.“

Kaum Sorgen um den Arbeitsplatz

In Österreich machen sich lediglich 13 Prozent der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer Sorgen um ihren aktuellen Arbeitsplatz – Jüngere eher als Ältere. Erfahrung dürfte hier eine große Rolle spielen, denn je jünger die Mitarbeitenden, umso größer die Sorge. Auch nimmt die Sorge um den Arbeitsplatz direkt proportional mit der Höhe des Haushaltseinkommens ab. Eine Ausnahme stellen die Handelsangestellten dar: rund ein Viertel der befragten Mitarbeitenden dieser Branche fürchtet, in diesem Jahr gekündigt zu werden.

Ein höheres Gehalt gilt mit 68 Prozent (2023: 69 Prozent) nach wie vor als der wichtigste Faktor bei der Wahl eines neuen Jobs, gefolgt von der Aussicht auf einen sicheren Arbeitsplatz (65 Prozent) und einem attraktiven, gut erreichbaren Standort bzw. flexibler Arbeitszeiteinteilung (jeweils 57 Prozent). Ebenfalls mehr als die Hälfte der Befragten gab im Rahmen der Studie an, dass sie auf Kriterien wie gutes Führungsverhalten und einen sinnerfüllenden Job (jeweils 53 Prozent) bei einem Jobwechsel besonders achten. Von den abgefragten Kriterien bei der Wahl eines neuen Arbeitgebers wurden Diversität, Gewerkschaftszugehörigkeit und Geschäftswagen am wenigsten genannt.

Jobwechsel: Gehalt vor Sicherheit und attraktiver Standort

„Wir sehen den Transformationsprozess am Arbeitsmarkt sehr deutlich. Für die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer kommt es auf den richtigen Mix aus harten und weichen Faktoren an – also nicht nur ein angemessenes Gehalt, sondern auch eine gute Unternehmenskultur. Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer stellen die Sinnfrage und wollen selbst entscheiden, wann und wo sie arbeiten“, so Bascha.

Was macht ein Unternehmen für Mitarbeitende bzw. potenzielle Mitarbeitende im Jahr 2024 attraktiv? Vor allem Frauen (64Prozent) und Befragte mit höherem Schulabschluss (65 Prozent) finden, dass ein Unternehmen als potenzieller Arbeitgeber attraktiver ist, wenn es flexible Arbeitszeitgestaltung zulässt. Zum Thema Flexibilität gehört auch die 4-Tage-Woche bei gleicher Wochenarbeitszeit, die gut die Hälfte der Befragten (52 Prozent) für attraktiv hält. Interessantes Detail: in Deutschland liegt dieses Kriterium mit 42 Prozent an dritter statt an zweiter Stelle. Job-Sharing finden nur 5Prozent der befragten Österreicherinnen und Österreicher interessant, Workation erreicht einen Wert von 10Prozent. „New Work-Konzepte bzw. der Wunsch danach ist Realität in Österreich. Das bestätigen auch die Ergebnisse der aktuellen Studie“, ergänzt Bascha.

Die Zufriedenheit mit der aktuellen beruflichen Tätigkeit nimmt mit zunehmendem Alter und dem Haushaltseinkommen zu. Die Mitarbeitenden in der Dienstleistung (86 Prozent) sind zufriedener als jene im Handel (81 Prozent). Vollerwerbstätige sind tendenziell weniger zufrieden als Teilzeitbeschäftigte (13 Prozent vs. 17 Prozent). Signifikante Unterschiede zwischen den Geschlechtern gibt es hingegen kaum: Männer und Frauen sind gleichermaßen zufrieden (13 Prozent vs. 15 Prozent).