Equal Pay Day in Österreich: Frauen verdienen 29 Prozent weniger

08. Februar 2024 Drucken
Equal Pay Day in Österreich: Frauen verdienen 29 Prozent weniger
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Einer ganzjährig in Vollzeit angestellten Frau entgehen pro Jahr durchschnittlich 19.205 Euro im Vergleich zu ihren männlichen Kollegen.

Der Equal Pay Day fällt in diesem Jahr auf den 14. Februar. Erst an diesem Tag haben Frauen das Gehalt erreicht, das Männer bereits bis zum 31. Dezember 2023 verdient haben. Durchschnittlich beträgt der Gender Pay Gap 12,4 Prozent – im Vergleich zum Vorjahr also nur ein kleiner Fortschritt (13 Prozent).

Betrachtet man einzelne Gruppen von Beschäftigten, fällt der Gender Pay Gap aber weitaus drastischer aus. Beamtinnen nämlich haben Lohngleichheit bereits erreicht – sie drücken den Schnitt nach unten. Angestellte Frauen hingegen verdienen durchschnittlich ganze 29 Prozent weniger als Männer, das sind 19.205 Euro pro Jahr. Auch bei Arbeiter:innen beträgt der Gender Pay Gap 26 Prozent.

Lohngerechtigkeit liegt in Österreich in weiter Ferne

„Auf ein Erwerbsleben gerechnet ergeben sich so unglaubliche Summen. Geld, das Frauen fehlt: später bei der Pension, aber auch, um sich eine eigenständige Existenz aufzubauen, finanziell unabhängig zu sein oder sich einen verdienten Urlaub zu gönnen“, sagt Christa Kirchmair, Präsidentin von Equal Pay – Initiative für Einkommensgerechtigkeit.

In Sachen Einkommensgerechtigkeit besteht in Österreich immer noch eine Kultur des Schweigens. „Wir können Frauen nur darin bestärken, in ihrem Umfeld und an ihrem Arbeitsplatz über das Einkommen zu sprechen, Kollegen nach ihrem Gehalt zu fragen“, so Christa Kirchmair.

Aber auch die Politik muss endlich Verantwortung übernehmen. „Vom Kanzler haben wir zuletzt gehört, Frauen sollen nicht in Teilzeit arbeiten, wenn sie zu wenig verdienen. Der Gender Pay Gap zeigt, dass auch in Vollzeit arbeitenden Frauen jährlich durchschnittlich 6.189 Euro entgehen. Zugleich erledigen sie deutlich mehr unbezahlte Arbeit, wie die jüngste Zeitverwendungsstudie gezeigt hat. Das ist ein Skandal, die Regierung muss umfassende Maßnahmen in Richtung Lohngerechtigkeit setzen“, so Kirchmair.